|
Die
Formative Psychologie ist im evolutionären Prozess verankert, durch den das
Leben fortwährend die nächsten Serien von Formen bildet: von
der Geburt, durch die Reife hindurch bis zum hohen Alter. Bei der Geburt
wird jeder Person ein biologisches und emotionales Erbe mitgegeben, jedoch
nur durch willentlichen Einsatz schöpft ein Mensch das Potential
aus, ein persönliches Leben zu formen. Form erzeugt Gefühl.
Wenn individuelle Identität in somatischer Realität gegründet
ist, können wir sagen: „Ich weiß wer ich bin, durch
die Art und Weise, wie ich mich erfahre. Formative
Methodologie
Die Verkörperungsübung Nur wenige Menschen wissen, dass ihre somatisch-emotionale Präsenz Ergebnis eines komplexen Organisierens ist, das üblicherweise unbewusst verläuft. Die Methode der formativen Übung ist dazu bestimmt, die Sequenzen des Organisierens und Desorganisierens somatisch-emotionaler Formen deutlich und beeinflussbar zu machen. Die Verkörperungsübung basiert auf dem pulsatorischen Reflex von Expansion und Kontraktion. Sie umfasst fünf Schritte: 1. Worin besteht unsere somatische Situation ? Organisiere das muskuläre Muster. 2. Intensiviere das Muster, um die emotionale Haltung deutlich zu machen. 3. Bau die intensivierte emotional-muskuläre Haltung ab. 4. Pause. Gib der pulsatorischen Antwort eine Fassung. 5. Organisation neuer Muster Die Schritte zwei und drei – mit willentlichem Einsatz getan – machen es möglich, unbewußtes Verhalten zu beeinflussen. Wenn wir üben, die Intensität der muskulären emotionalen Form zu verstärken und zu vermindern, erzeugen wir bestimmte Empfindungen und Gefühle. Diese Übung - unter willentlichem Einsatz - läßt die kortikale Funktion wachsen, reflexhafte Reaktionen zu beeinflussen, indem sie sie persönlich macht. Der sich dabei ergebende Dialog zwischen Körper und Gehirn bewirkt ein Wachstum unseres persönlichen somatischen Erwachsenen. Die Verkörperungsübung ist ein mächtiges Handwerkzeug, das dabei hilft, alte somatische Traumata umzuorgansieren und somatische Lösungen für Probleme zu formen. Ihr vordringlichster Zweck besteht jedoch darin, die Erfahrung des Wachsenlassens einer persönlichen somatischen Identität fortzusetzen, auszuweiten und umzuorganisieren. So kann die Übung zum Beispiel dabei helfen, eine Verkrampfung zu erkennen, die um das Herz herum besteht - diese dann umzuorganisieren, so dass eine Flut von warmem Blut freigesetzt wird, die uns ermöglichen mag, wieder zu lieben. Diese Wärme mag auch dazu genutzt werden, eine Liebesbeziehung persönlich zu machen und bestehende Bindungen zu vertiefen. In der Lage zu sein die Intensität unserer Reaktion zu beeinflussen ist nicht gering zu achten. Es gibt keine stereotype Art die Übungen zu tun – keine Notwendigkeit hierbei etwas zu leisten. Wichtig ist, wie wir von unserem Tun lernen. Ich empfehle für die Übungen ein langsames rhythmisches Tempo. Das hilft uns, eine Phase einzufrieren und einen Rahmen zu schaffen, die Form zu halten, so dass wir die Veränderung in der Form und im Gefühl schmecken können. Dies ist wichtig in Bezug auf Selbstregulierung und Erfahrung von Identität. Die Arbeit besteht darin, den Prozess des tiefen Pulses mit Form und Ausdruck zu verknüpfen, so dass das instinkthafte und persönliche somatische Selbst vertieft werden. Die Übungen sind Wege, die uns dabei helfen, unsere somatisch-emotionale Identität kennen zu lernen und – wenn wir dies wünschen – den Zustand in dem wir sind, zu verändern, um anders hier zu sein. So werden Probleme wirklich gelöst. Die Arbeit ist also ein Prozess, der dabei hilft, ein grundlegendes somatisches erwachsenes Selbst zu bilden, das uns ein wahrhaftiges Empfinden unserer Identität gibt, ein somatisches Heilsein bewirkt und Realität schafft. Die Verkörperungsübung legt den Akzent auf den Alltag als Übung des Formens. Dadurch wird das erwachsene Selbst eingekörpert. Sie ruft einen Reflex hervor, der Expandieren, Sammeln, Auseinandernehmen, Wiedereinsammeln, Umorganisieren, Wachsen und Formen umfaßt. Das Bedürfnis uns zu formen, ist ein grundlegendes Verlangen, das Optimismus, Hoffnung und Nächstenliebe erzeugt. Die Fähigkeit, sich diesem Prozess zu verpflichten, indem wir den Kortex des Gehirns gebrauchen, gibt unserem Leben etwas, worauf wir uns beziehen können. Das erzeugt Befriedigung. |